Letzter Ausweg für Vermieter (Südkurier 18.02.2012)


...Bei der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GVV in Singen sieht die Lage nicht so entspannt aus. „Die Zwangsräumungen haben in den letzten zwei Jahren stark zugenommen. Hatte man in früheren Zeiten höchstens ein bis zwei Räumungen im Jahr, so ist es jetzt das Vierfache“, berichtet der Geschäftsführer Roland Grundler. Auch bei der GVV versuche man bei Mietausfällen mit Ratenzahlungen zu helfen, das würde aber oft ausgenutzt und der Mieter gerate erneut in Rückstand. Auch Mietnomaden sind ihm nicht fremd: „Häufig werden die Wohnungen einfach verlassen – ohne Kündigung und Rückgabe.

Die Mietzahlung wird einfach eingestellt und wir als Vermieter müssen schauen, wie wir, meist über Rechtsanwalt und Räumungstitel, wieder in Besitz der Wohnung kommen. Der Müll und alles, was nicht benötigt wird, wird in der Wohnung zurückgelassen“, so Grundler. Im letzten Jahr habe es drei dieser Fälle gegeben, zwei weitere stünden aktuell an. Ein weiteres Problem ergebe sich bei Mietern, die Grundsicherung im Alter bekommen. „Kommen diese Personen kurzfristig ins Pflegeheim oder versterben und haben keine Erben, so bleiben auch hier am Vermieter die Kosten der Wohnungsräumung und der Mietausfall hängen“, so Grundler...

von Helene Wiesendanger

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